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// Sanierungsratgeber

Planung und Vorgang der Sanierung

Eine gute Beratung und Planung im Vorfeld sind entscheidend für eine erfolgreiche Sanierung © iStock Photo

In vier einfachen Schritten zur erfolgreichen Sanierung. Unser Sanierungsratgeber hilft Ihnen, Ihre Rohr-Schäden technisch sinnvoll und kosteneffizient beheben zu lassen.

1. Schritt

Die Analyse

In Abwasserrohren können, eine Vielzahl von Schäden aufgrund unterschiedlichster Ursachen auftreten, zum Beispiel Abflusshindernisse, Risse und Wurzeleinwuchs.

Expertentipp: Schauen Sie sich den Bildreferenzkatalog aus Nordrhein-Westfalen an. Hier finden Sie einen umfassenden Überblick über alle Schäden, die in Ihren Leitungen und Rohren vorliegen können.

Abhängig von den Schäden muss entschieden werden, welches Verfahren aus technischer Sicht für die Sanierung eingesetzt werden kann und das Beste Verhältnis von Kosten und Haltbarkeit liefert.

2. Schritt

Die Sanierungs-Verfahren

Grundsätzlich werden bei der Schadensbehebung die Reparatur von einzelnen Schäden (Risse oder Ausbrüche), die Renovierung des gesamten Rohres und der Neubau unterschieden.

Die Reparatur wird häufig mit dem sogenannten Kurzliner, Trägermaterial aus Glasfaser mit Kunstharz, ausgeführt. Der Kurzliner wird an die Innenwand des alten Rohres geklebt. Reparaturen haben nach allgemein anerkannter Regel der Technik eine Lebensdauer von 5 bis 15 Jahren. Pro Kurzliner sollten Sie mit Kosten von ca. 150 – 250 Euro kalkulieren.

Expertentipp: Wichtig ist, dass die Kurzliner vom DIBt zugelassen sind. Die Innenseite des Rohres, wo später der Kurzliner angebracht wird, muss sehr gut gereinigt und idealerweise auch angeraut werden. Hierdurch entsteht die eigentliche Haftung des Kurzliners.

Als Standardtechnik hat sich im Fall der Renovierung der sogenannte Schlauchliner etabliert. Ein mit Harz getränkter flexibler Schlauch aus zum Beispiel Polyesterfaser, wird über eine kleine Öffnung in die Rohrleitung eingebracht und zu einem neuen Kunststoffrohr ausgehärtet. So können heute fast alle Abwasserrohre in Gebäuden und auf Grundstücken renoviert werden. Die Lebensdauer des Schlauchliners beträgt nach allgemein anerkannter Regel der Technik 50 Jahre. Für einen Schlauchliner können Sie mit Kosten von ca. 150 bis 250 Euro pro Meter rechnen. Hinzu kommen die Kosten für Vor- und Nacharbeiten.

Expertentipp: Auch die Schlauchliner müssen vom DIBt zugelassen sein. Die Rohre müssen vor Einbau gereinigt werden, grobe Verschmutzungen und Ablagerungen sind zwingend zu entfernen. Ein Anrauen der Innenseite des alten Rohres ist allerdings nicht notwendig.

Expertentipp: Einen guten Einblick in die verschiedenen Sanierungs-Verfahren gibt auch die Informationsbroschüre Sanierung privater Abwasserleitungen – Entscheidungshilfe zur Auswahl von Sanierungsverfahren.

3. Schritt

Die Sanierungs-Angebote vergleichen

Zur Auswahl des besten und kostengünstigsten Verfahrens für die Sanierung Ihrer Rohre sollten Sie Experten in Ihrer Nähe heranziehen. Mit dem Kamera-Film und Fotos der Örtlichkeit können Sie mehrere Angebote einholen. Diese Angebote müssen Sie inhaltlich und bezüglich der Kosten vergleichen. Lassen Sie sich bei Bedarf die Angebote von den Firmen erklären.

Vergleichen Sie auch die Qualifizierung der Firmen. Auf den Internetseiten finden Sie häufig Mitgliedschaften in Verbänden, die für Qualitätssicherung stehen. Referenzen von ausgeführten Baumaßnahmen belegen die Erfahrung der Firmen. Schlussendlich sollten Sie vor Auftragsvergabe Ihre Finanzplanung machen. Beachten Sie hierbei die Fälligkeit der Zahlung laut Angebot.

Expertentipp: Verbände können Sie ebenfalls hinsichtlich der Untersuchung und Sanierung Ihres Gebäude- und Grundstücksentwässerungsnetzes beraten, zum Beispiel der VDRK – Verband der Rohr- und Kanal-Technik-Unternehmen e.V. www.vdrk.de oder Güteschutz Grundstücksentwässerung e. V. www.ral-grundstuecksentwaesserung.de

4. Schritt

Die Auftragsvergabe und die Überwachung der Arbeiten

Vergeben Sie den Auftrag nur an einen Vertragspartner, um einen Ansprechpartner zu haben. Stimmen Sie verbindliche Termine für die Ausführung der Arbeiten ab.

Vor Beginn der Arbeiten sollten Sie sich einen kurzen Eindruck von dem Erscheinungsbild der Firma und der Technik machen. Lassen Sie sich die Abläufe und das Vorgehen erklären.

Ob Reparatur, Renovierung oder Erneuerung: die Firma muss Ihnen nach den Arbeiten die Arbeitsdokumentation und einen Abnahmefilm als Leistungsnachweis aushändigen, idealerweise wird auch die Zulassung des DIBt – Deutschen Instituts für Bautechnik für die eingesetzten Produkte übergeben.

 

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